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Der Versuch, es zu versuchen

1. Juli
2 Min. Lesezeit

Über Veränderungen und dem Raum dazwischen.


Sonnenuntergang auf den Azoren


Mein Schreiben hat sich verändert. Und seit ich mir dessen bewusst(er) bin, habe ich wieder Freude am Schreiben – nicht, dass mir das Schreiben keine Freude mehr bereitet hätte, aber ich habe für mich einen anderen Weg gefunden, mein Schreiben zu entfalten. Platz für mehr.

Wo Druck war, ist jetzt Verständnis.

Und wo fehlende Inspiration war, ist jetzt Zeit.


Diese Erkenntnis kam nicht über Nacht und schon gar nicht war es einfach, die alten Muster abzulegen – aber es war der Schritt, den ich gehen wollte.

Ich schreibe noch immer über das, was ist, über das, was mir ein Lächeln ins Gesicht malt, über das, wo mein Herz tanzt, und über das, worüber ich schreiben möchte.

Aber ich suche die Worte nicht und ich versuche nicht, sie zu verstehen.


Ich habe oft daran gezweifelt, ob ich einen Weg finden werde, der passt. Ich habe nicht danach gesucht – sondern habe mir die Zeit genommen.

Zeit, um hinzuhören. Zeit, um mutig zu sein. Mutig, einen anderen Weg zu gehen.

Der Versuch, es zu versuchen, hat mich weitergebracht, als nichts zu tun.


Denn was ich beim Schreiben gerne mache, ist, mit Worten zu spielen – ihnen Raum für mehr zu geben. Metaphern zu kreieren, Worte auszutauschen, Wiederholungen, Rhythmus und Fremdwörter einzubauen und zu sehen, wie der Text Form annimmt – wie die Zeilen zwischen all den Möglichkeiten tanzen.


Vor ein paar Tagen habe ich das Buch «Ikigai» von Ken Mogi beendet. Das Buch stapelte sich auf meinem SuB und ich habe vor einiger Zeit intuitiv danach gegriffen.

Der Einstieg in die Praxis von Ikigai wird gut erklärt, und seit ich diesen Begriff kenne, lässt er mich nicht mehr los. Doch was bedeutet Ikigai?


Wikipedia: Ikigai (生き甲斐) ist ein japanisches Konzept, das frei übersetzt „das, wofür es sich zu leben lohnt“ bedeutet. Es beschreibt den Sinn des Lebens, die Quelle der Freude und den Grund, warum man morgens aufsteht.


Seit ich diesen Begriff und seine Bedeutung kenne, denke ich oft darüber nach. Wo liegt mein Ikigai?


Meine Gedanken gehen in viele Richtungen – vor allem, beim Schreiben.

Denn egal, wie oft ich mich verliere, das Schreiben bleibt.



Die beste Zeit ist,

wenn das Herz lacht,

die Gedanken stillstehen,

die Zeit sich vergisst,

und du niemand anderes bist,

als du selbst.



Written by Celine


Juni, 2026





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