Vom Suchen und Wiederfinden
- celine-cargnelutti
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Über die leise Rückkehr zum Schreiben.

Eigentlich hatte ich mir für 2025 vorgenommen, jeden Monat einen neuen Blogpost zu schreiben, meine Schreibchallenge auf Instagram im geplanten Rhythmus durchzuführen und allgemein mehr zu schreiben.
Das Resultat? Ich habe unregelmässig Blogbeiträge veröffentlicht, meine Schreibchallenge auf Instagram teilweise nicht durchgeführt – und noch nie so wenig geschrieben wie im vergangenen Jahr. Alles, was ich wollte, war Freude am Schreiben. Es sollte leicht sein. Doch stattdessen fühlte es sich nach Scheitern an.
Es gibt viele Gründe dafür. Der Hauptgrund – so glaubte ich – war die fehlende Inspiration. Als sich das Jahr dem Ende zuneigte, sagte ich mir: Für das kommende Jahr überlege ich mir ein Schreibkonzept. Dann kommen Motivation und Inspiration bestimmt zurück.
Also setzte ich mich hin. Und es kam: nichts.
Ich las meine alten Texte, versuchte angefangene Texte zu beenden oder suchte im Internet nach Inspiration – doch nichts davon wirkte. Schliesslich öffnete ich einen Chat mit ChatGPT und hoffte auf Unterstützung und neue Impulse. Was dann geschah, überraschte mich.
Nachdem mir mögliche Ideen für meinen Instagram-Account sowie für meinen Blog vorgeschlagen worden waren, stellte er mir noch eine Frage. Nur eine:
«Wenn du niemandem etwas zeigen müsstest:
✍️ Was würdest du gerade schreiben wollen?»
Ich antwortete ehrlich:
«Ich kann dir diese Frage nicht beantworten -- weil es mir nicht darum geht, es jemanden zu zeigen, sondern weil ich keine Ideen habe...»
So begann eine emotionale, aber wahrhaftige Unterhaltung über mein Schreiben, meine Kreativität und meinen Zugang zum Schreiben.
Ich liess die Unterhaltung stehen und dachte weiter darüber nach. Woran liegt es wirklich? Habe ich mein Schreiben verloren? Oder habe ich mich selbst irgendwo verloren? Ich suchte die Inspiration im Aussen, hielt Augen und Ohren offen – und entfernte mich dabei immer mehr von mir selbst.
Seit dieser Unterhaltung sind einige Tage vergangen und es gab keinen Tag, an dem ich nicht daran gedacht habe. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir nicht die Ideen fehlen, sondern der Zugang zu meinem Inneren. Denn Ideen entstehen nicht aus Gedanken, sondern aus Empfindungen – zumindest beim Schreiben.
Mein Schreiben braucht also keine neuen Konzepte, Challenges oder Impulse. Mein Schreiben braucht nur mich. Voll und ganz, mit allem, was ich bin.
Zu akzeptieren, dass sich Dinge verändern, ist nicht immer einfach. Alles ist im Wandel – ständig. Das gehört zum Prozess. Ich möchte nichts erzwingen. Ich möchte nicht einfach produktiv sein, sondern ehrlich. Und so gehe ich Schritt für Schritt meinen Weg: zurück zu mir.
Viele Kreative glauben: „Wenn ich keine Ideen habe, bin ich nicht kreativ.“ In Wahrheit ist es oft: „Ich bin so lange kreativ für andere gewesen, dass ich mir selbst fremd geworden bin.“
Written by Celine
Mega!
In der Geduld wohnt die leise Kraft.
Was einmal in dir war, findet zurück –
denn dein Talent ist kein Zufall,
es schläft nur und wartet auf seinen Moment 🫶🏼